Montag, 22. August 2016

GEBEN IST SEELIGER


stehende größen im fußball-kalender...ich schrub das ja schon mehrfach:
1. OL-eröffnungsspiel...check

2. oddset-pokalfinale (dauert noch ein wenig)
3. spiel an der AJK (check, hab ich mit dem ol-eröffungsspiel schon weg)...
4. spiel mit von oder bei berkan algan (hab ich mit punkt 1 und 3 auch schon)
5. das erstrundenspiel des oddset-pokalsiegers der letzten saison im dfb-pokal. 
puuuh...das steht also heute an...
ich will es mal so formulieren...ich kenne spannendere pokalsieger als eintracht norderstedt...JAAA, sie haben den titel verdient gewonnen aber zu dem etwas langweiligen und doofen verein aus der hamburger vor- und schlafstadt paßt natürlich auch dieses mangelnde losglück...
es hätte natürlich auch der FC BAYERN werden können...oder der FCSTP oder vielleicht der hasenpfau...man hofft ja als unterklassenverein entweder auf etwas spektakuläres, das geld in kassen spült oder vielleicht wenigstens etwas machbares, damit man vielleicht in die zweite runde schafft als unterhund und es DANN wenigstens nen richtigen zahltag gibt. 

schwierig...das ist zuletzt vicky gelungen...in der saison 10/11 siegte man gegen RWO mit 1:0 - damals vor überschaubaren 1.600 zuschauern an der hoheluft, in der zweiten runde gab's dann den vfl wolfsburg und ein 1:3...umzug ans millerntor, allerdings wollten nur 8.370 zuschauer das spiel sehen. 
DAS ist - bei allen anfallenden kosten (stadionmiete, sicherheitspersonal etc), wenigstens noch in der gewinnspanne...bekanntermaßen werden ja die zuschauereinnahmen im pokal geteilt.
KNAPP gelohnt haben dürfte sich der umzug vom ETV ein jahr später an die hoheluft...es lag sicher auch am ETV, dem seine gesamte erste mannschaft wegen prämienstreitigkeiten abhanden gekommen war und der mit einer besseren A-jugend angetreten war...es lag aber vielleicht AUCH am damaligen nicht so wirklich attraktiven gegner, der spvgg greuther fürth, daß nur 2.086 zuschauer an die hoheluft kamen (kann ja auch keiner ahnen, daß die ein jahr später in die bundesliga aufsteigen sollten).
seit zwei jahren wird nun nicht mehr an der hoheluft - dem hamburger wembley - gespielt, sondern bei herrn plambeck in norderstedt...letztes jahr BU gegen freiburg vor knapp 4.600 zuschauern (weil vicky zu gierig war, was die stadionmiete anbelangte) - dieses jahr, weil der hamburger pokalsieger sowieso eintracht norderstedt heißt, der sich nun gegen die trollis versuchen darf. 
die fürther sind momentan dort, wo sie auch am ende der letzten saison waren ...im grauen mittelfeld der 2. liga - norderstedt ist mit zwei siegen und zwei niederlagen nun auch nicht gerade optimal in die saison gestartet.
so langsam entwickelt sich die vorstadt in schleswig holstein ja fast schon zu einem auffangbecken für gestrandete st. pauliander...neben trainer SEELIGER verdingten sich unsere ex-u23-spieler jerry karikari, jan-philipp rose, marin mandic, linus meyer, deran toksöz und emir zekiri bereits letzte saison in norderstedt...dazu kommt ante kutschke aus der u19.
dazu gekommen sind laurynas kulikas, der in bochum und beim hsv keine glücklichen jahre hatte - felix drinkuth, zuletzt in diensten von braunschweig II ... und dann wäre da noch kangmin CHOI...der kommt zwar von vicky und jungnang chrous aus südkorea, ist aber der bruder von KYOUNG-ROK, also dem fcstp-choi....ich versteh gar nicht, warum die meisten norderstedter den FCSTP so hassen...sollte man ihnen vielleicht mal sagen, woher ihre spieler kommen.
OOOODER...sollte man vielleicht auch lassen...norderstedt ist rautenland, halt UND noch ein TICK assiger als zettbeh BU
es gibt leute in norderstedt, mit denen ich diskutieren würde und habe, da gab es die netten drei, die sich viel um die choreo bemüht hatten, es gibt aber auch eine ganze menge volk, mit dem ich nicht diskutieren möchte. 
es gibt auch einige norderstedter fans, die ganz offensichtlich rauten-anhänger sind, die mit anderen norderstedt-"fans", die auch rautenanhänger sind, nicht diskutieren möchten oder nicht können.
da hatten sich ja einige echt gedanken gemacht und für das gemeine fußvolk eine choreo erdacht...gut, daß beim pappschildchen hochhalten denn der regenschauer einsetzte, ist denn natürlich blöd...und blöd, daß für die konfettiparade zur zweiten halbzeit das "bitte nicht aufs spielfeld werfen" das beim besten willen bei heftigem rückenwind auch nicht klappen konnte.
AABER gut...aller anfang ist schwer, war ja norderstedts erster besuch im DFB-pokal...und natürlich kommen an tagen wie diesen auch die, die sonst nie oder nur selten zu einem spiel erscheinen. (ich möchte mal tippen, auf jeden fall, wenn unsere ZWOTE bei plambeck spielt...nich wegen fußball...)

das mit 14 uhr tore öffnen war vielleicht nicht sooo eine schlaue idee, denn so konnten sich einige schon vor dem spiel gewaltig dichtlöten...(gut, hätten sie vielleicht auch vor dem stadion getan, wenn der einlaß später gewesen wäre) - 
die gäste mit "SCHEISS GREUTHER FÜÜÜÜRT,SCHEISSESCHEISSE GREUTER FÜÜÜÜÜRT" begrüßen...buche ich unter assi...polenböller schmeißen buche ich unter scheiße bei der vollbesetzten tribüne (wie die jungs mit dem quatsch reingekommen sind - wahrscheinlich im zuge der choreo-vorbereitung - andererseits waren die ordner auch ein WITZ - so wie die mich abgetastet haben, hätte ich auch ein pferd unter meiner weste mit reinschmuggeln können)
...andere zuschauer mit millerntor-affinem outfit mit "SCHEISS-ST.PAULI" bepöbeln...assi-scheiße, ebenso wie eine vielleicht anfangszwanzigerin, die mit ihren norderstedter kumpels und kumpelinen im stadion war und aus verbundenheit zur alten heimat ein trolli-trikot an hatte (abgesehen, daß ich das nie machen würde, weil es der RESPEKT gebietet, auf der heim-tribüne für die heimmannschaft zu sein...als anhänger der gäste gehe ich in den gäste- oder in den kuchenblock oder ziehe im heimblock neutrale klamotte an...) - aber die art und weise, wie man der dame das klarmachen wollte, war wohl eher nicht die, wie man als ein gentleman die sache angeht...versuche, der dame beizuspringen, wurden so beantwortet, daß sich die choreo-organisatoren aus ihrem eigenen fanblock entfernten, weil die ordner in diesem falle nicht ordneten, sondern nur "doof grinsten"...und als der streß dann zur hauerei eskalierte mußte erst der freundliche brummbär erst einschreiten und die ordner zur ordnung rufen, damit sie ordneten...zwei eiernacken mußten mit fünf leuten aus dem stadion geleitet werden...der eine "nur alkoholisiert", der andere war vollgepumpt mit irgendwas anderem, würd ich sagen, was ihn komplett resistent gegen schmerzen und vernunft machte.
rufe von den oberen rängen gegen die ordner, als sie die zwei abführten "ey ihr scheisser, versucht das mal hier oben"...PUUUH...auch nicht so meins, ebenso wie später die rufe gegen den schiedsrichter wie "schlagt die gelbe sau!!!"
das ist halt norderstedt, das sind halt...
naja, das drama hatte ja mit den eiernacken nix zu tun, sondern mit einer mannschaft (die aus sympathischen spielern besteht, die nix für ihre assigen anhänger können), die sich verdammt lange tapfer wehrte - SIEBEN von 11 startspielern mit st. pauli-background, ihr DOOFMICHEL.

die trollis, so schrub der kicker, hatten 75 % ballbesitz in der ersten halbzeit, aber grundsätzlich gibt es dafür im fußball ja keine punkte oder sowas...sah ein wenig so aus wie FCSTP vs BTSV...munter im kreis herum spielen, um irgendwie zwei viererketten zu knacken - ich sag mal so...hätte hätte viererkette: irgendwann so ab der 30sten minute versuchten die norderstedter mitzuspielen, weil sie sich vielleicht dachten "da geht heut was"...WÄRE vielleicht auch was gegangen, wenn man die defensivtaktik länger durchgehalten hätte. 
mit nem 0:0 in die halbzeit wäre es gewesen - vielleicht - das ist hinterher immer spekulation und damit bin ich beim knacken vom knackpunkt...vielleicht zwickte herrn KOCH - die deutsche eiche im zentrum der eintracht - zu dem zeitpunkt schon der muskel, der dafür sorgte, daß er nach der pause ausgewechselt werden mußte...auf jeden fall konnten die trollis einmal auch mal kontern, schnell spielen durch das zentrum...den ersten ball hatte herr HÖCKER noch ziemlich genial abgewehrt, aber den nachschuß kann herr ZULJ für fürth verwandeln...fürth führt zur halbzeit.
wie gesagt...herr koch mußte zur halbzeit raus...was zunächst keine auswirkungen hatte...das spiel wurde nicht besser, nur häßlicher...die trollis zeigten, was sie unter "internationaler härte" verstehen und herr bläser zeigte, daß er internationale härte versteht (was ihm die vielen "gelbe-sau"-hater-sprüche von der eintracht tribüne einbrachte) - eintracht agierte offensiver, die trollis konterten zwischendurch mal, was aber alles von herrn HÖCKER zunichte gemacht wurde...fast 70 minuten sind rum, da nimmt herr seeliger herrn linus MEYER (ein ex st. paulianer, ihr eiernacken, die ihr ihm ein eigenes transpi gewidmet habt!!!) vom feld und bringt dafür herr ZEKIRI, um von kontrollierter offensive auf offensive offensive umzuschalten, denn der emir ist doch eher der kleine wieseler und wuseler...ver-WUSELTE sich allerdings knapp nach seiner einwechselung und dann spielten die fürther das mal schnell und schick.
über die außen, so wie man das gelernt hat.
herr dursun ist etwas schneller als herr mandic, springt etwas höher und nickt ziemlich präzise ein, so daß auch herr höcker nix mehr machen kann. 
ziemliche ernüchterung bei den zuschauern...3.650...war mir doch gefühlt so, daß es deutlich entspannter war (was das stehen, getränke holen und auf toilette gehen anbelangt) als im jahr zuvor bei BU vs freiburg.
es wurde nochmal kurz so etwas ähnliches wie spannend, weil die trollis ihre knochenarbeit weiter fortsetzten - und JA, herr bläser - die nicklichkeiten waren doch eher auf fürther seite, da kann ich durchaus verstehen, daß die norderstedter ob der schlechten kartenquote meckerten (und dafür später, wie herr toksöz ihren karton bekamen)...noch zehn minuten zu spielen und die eintracht bekommt einen freistoß aus ziemlich zentraler position.
herr FELIX WERNER WOLFGANG DRINKUTH (ich brauch mal wieder zeichen für mein gehalt, schulligung) darf den ausführen...ronaldomäßge vorbereitung...mauer springt hoch, ball geht unten durch...sieht herr BURCHERT im trolli-tor richtig doof aus und es steht nur noch 1:2.
da waren allerdings nur noch zehn minuten zu spielen...
wie sagt der volxmund so schön: "der favorit wankte, fiel aber nicht"...

herr seeliger beorderte nun alles, was blau-weiß-rote uniformen hatte, in die offensive und die trollis stellten sich nun hinten rein...verkehrtes spiel mit allerdings nur begrenzten mitteln der norderstedter. 
EINMAL...vier minuten vor schluß...gab es nochmal die gelegenheit...selbe situation wie zuvor...freistoß, zentrale position...vier mann tuscheln, wispern, stellen sich bereit, aber diesmal ist es nicht der FELIX WERNER WOLFGANG DRINKUTH, der schießen darf, sondern der jan lüneburg (der ja auch mal bei der u19 des FCSTP gespielt hatte, ist aber schon n büschn her)...diesmal bleibt die mauer stabil und der jan haut den ball drüber...
DAS war's dann...norderstedt wirft alles nach vorne und wird kurz vor schluß klassisch ausgekontert, woraufhin die massen bereits das stadion verlassen.
klar, sicher, nun geht nix mehr - darf ich aber trotzdem kagge finden, oder.
daß es noch nach dem gleichen muster ein viertes gegentor in der nachspielzeit gab, fand ich denn doch des guten etwas zu viel...da leerte sich das stadion denn doch schon bedenklich...GUT, ist jedem ihm oder ihr seine entscheidung ...man/frau hat ja vielleicht noch was vor (wobei ich mich frag, was wäre denn passiert, wenn das spiel wirklich in die verlängerung gegangen wäre)...
wo ich vorher schon was über RESPEKT geschrieben hatte (was ich ja gerne tue)...ich bin, als neutraler zuschauer zumindest so lange geblieben, bis sich beide mannschaften aus ihren kurven (die auch bei herrn plambeck geraden sind) verabschiedet hatten und hab denn nochmal ob der gebotenen leistung meinen beifall gezollt...finde ich fair, oder nicht...
SO, samprassaslassya...der hamburger vertreter ist wieder raus in der ersten runde und wir warten insofern auf das nächste.
ich tät mir ja leise wünschen, daß norderstedt das ding nächste jahr nicht mehr gewinnt oder WENN, daß sie dann so einen dicken fisch an land ziehen, daß sie umziehen müssen - nochmal pokal erste runde bei herrn plambeck...PUUUH...
ich bin mittlerweile in dem alter angekommen, wo ich mir fußballspiele AUCH ansehe, um spaß zu haben (außer beim FCSTP - aber wegen des UM war ich auch nicht in lübeck) und vom drumherum hat norderstedt ansich wenig spaß gemacht...selbst den netten norderstedtern, die zu norderstedt halten, nicht.






Mittwoch, 17. August 2016

ALTERNATIVE ALSTER

zum letzten heimspiel des FCSTP in der abgelaufenen saison hatten der björn und der toddy eine alternative hafenrundfahrt organisiert...
die folgte in vielem der route, die auch die auch von der kz-gedenkstätte neuengamme organisiert wird...zu dieser tour gibt es ja einmal meinen blog, das ganze gibt es aber auch mit vielen bildern und dokumenten und weiteren informationen als broschüre. 

eine selbige barkassenfahrt gibt es  - auch von der kz-gedenkstätte organisiert - auch für die alster und die alsterkanäle...am 26.06. hatte ich gelegenheit, an einer solchen alternativen alsterkanalfahrt teilzunehmen...viel informationen in zwei stunden schiffahrt gepresst und leider gibt es zu dieser tour keine dokumentation, auf der man das gehörte nochmals nachlesen kann.
deswegen setzte ich mich jetzt mal hin und versuche, einige stationen nachzuzeichnen - zum einen für die, die dabei waren, zum anderen für alle jene, die vielleicht mal an der alster flanieren gehen oder die mal wieder mit einer "normalen" barkasse über den see und die fleete schippern möchten.
vielleicht sieht der eine oder andere das schöne hamburg denn auch mal mit anderen augen...auch hier an der alster und den kanälen liegen stätten und bauten, die ihre geschichte in den jahren zwischen 1933 und 1945 haben:  

ALSTERHAUS - JUNGFERNSTIEG 16 - 20

das alsterhaus ist eines der traditionsreichsten warenhäuser in hamburg, 1912 als größte filiale der "hermann tietz warenhaus AG" eröffnet. 
die gründer der warenhaus ag, hermann und oscar tietz waren kaufleute jüdischen glaubens, die ursprünglich aus gera stammten. 
im zuge der weltwirtschaftskrise geriet "hertie" in liquiditätsschwierigkeiten, im märz 1933 wurden bereits zugesagte kredite plötzlich verweigert. 
schließlich legte man den geschäftsführern einen umschuldungsplan vor, der schließlich dazu führte, daß die familie ihre aktienmehrheit an ein konsortium aus deutscher, dresdner und commerzbank verkaufte. 
die familie tietz wurde somit eines der ersten opfer der sogenannten "kalten arisierung" (ohne direkten staatlichen eingriff) und emigrierte mit einer apfindung von 12 mio RM in die usa.
für die warenhäuser wurden zwei "arische" geschäftsführer bestellt - einer von ihnen, georg karg (vorher textileinkäufer bei den brüdern tietz) erwarb nach und nach die aktienmehrheit von den banken; er blieb bis 1972 alleiniger leiter des unternehmens, dessen name von hermann tietz warenhaus AG zu HERTIE verkürzt wurde, da der jüdische name tietz nicht mehr geführt werden sollte.  
die filiale am jungefernstieg erhielt jedoch 1935 den namen alsterhaus.
während des krieges verkaufte hertie nachweislich textilien, die im jüdischen ghetto litzmannstadt hergesellt wurden.
außerdem war georg karg zusammen mit josef neckermann ab 1941 gesellschafter der ZLG (zentrallagergemeinschaft für bekleidung), die bekleidung für die wehrmacht und für zwangsarbeiter herstellte und vertrieb. 
nach dem krieg führten die amerikanischen erben der familie tietz lange zeit prozesse um entschädigung für ihre zwangsweise weit unter wert verkauften anteile, die schließlich zu einem vergleich führten.

HAPAG-LLOYD - BALLINDAMM

die hapag-lloyd AG entstand 1970 durch fusion der beiden großreedereien norddeutscher lloyd (mit sitz in bremen) und der HAPAG (hamburg-amerikanische-packetfahrt actiengesellschaft mit sitz in hamburg).
der ballindamm als straße - als verbindung zwischen jungfernstieg und glockengießerwall - wurde 1842 nach dem großen brand angelegt und trug den namen alsterdamm; den namen ballindamm trägt sie seit 1947.
albert ballin war ein jüdischer reeder, der als generaldirektor von 1899 bis 1918 die HAPAG zum größten schiffahrtsunternehmen der welt machte.
ballin, ein glühender deutscher patriot, beging am 09.11.1918, als der deutsche kaiser wilhelm II seinen thronverzicht erklrte, selbstmord. 
der firmensitz der HAPAG entstand zwischen 1900 und 1903 zwischen alsterdamm und ferdinandstraße...früher befanden sich dort fünf stadthäuser und einige gärten - das gebäude wurde zwischen 1913 und 1921 durch einen neubau zur gertrudenstraße hin erweitert. 
die hapag wurde vor allem durch die auswandererschiffahrt groß, die lloyd zwar auch mit passagierdampfern, war aber eher im frachtgeschäft engagiert. 
beide reedereien - in der weltwirtschaftskrise in schwierigkeiten geraten - mußten sich ab 1933 eine staatliche gängelung gefallen lassen, mit der die ns-regierung bestimmten linien quasi bestimmte schiffahrtsrouten zuwies.
beide reedereien - sowohl die hapag als auch die lloyd - profitierten jedoch vor allem von der sogenannten KDF-flotte: die "robert ley" gehörte der hapag, die "dresden" und "der deutsche" (1924 als sierra montena gebaut) der lloyd. 
zur geschichte des gebäudes gehört aber auch etwas anderes:
seit mai 1940 bis zu den bombenangriffen der "operation gomorrha" 1943 tagte im hapag-lloyd-gebäude das "gericht des admirals der kriegsmarinestelle hamburg"  - danach tagte es im ziviljustizgebäude am sievekingplatz.

bis kriegsende führte das gericht knapp 7.000 verfahren gegen angehörige der kriegsmarine und dienstverpflichtete seeleute durch und fällte dabei mindestens 40 todesurteile - die entweder durch enthaupten in der untersuchungshafanstalt am holstenglacis oder durch erschießen auf dem standortübungsplatz am höltigbaum vollstreckt werden.
es gab in hamburg damals mindestens 13 gerichte und andere zentrale dienststellen der wehrmachtsjustiz, die insgesamt über 200 todesurteile verhängten und vollstrecken ließen, gegen wehrmachtsangehörige, zivilisten und kriegsgefangene.
vor dem ballin-haus erinnert seit 2012 eine gedenktafel an die opfer der wehrmachtsjustiz...die ist allerdings so schrecklich unleserlich - man hätte es auch lassen können.

HOTEL ATLANTIK - AN DER ALSTER

nach dem krieg war ja häufig die behauptung der hamburger zu hören, hitler habe die stadt nie geliebt, sie sei ihm zu weltoffen und zu englisch - deswegen habe er hamburg nur selten besucht...von 33 tagen war die rede.
stimmt nicht - herr hitler war an 75 tagen in hamburg.

das erste mal am 26.02.1926 - er residierte damals noch im hotel phoenix an der kirchenallee hinter dem hauptbahnhof 
grund für seinen besuch ist eine einladung des hamburger nationalclubs von 1919, eine vereinigung von militärs, kaufleuten, bankiers und professoren, rechtskonservativ, monarchistisch und antidemokratisch. 
die versammlungen des clubs fanden im hotel atlantik statt.
schon damals begrüßte der vorsitzende hitler (damals noch vorsitzender einer bayrischen splitterpartei) mit den worten: "Sein mannhaftes Eintreten für seine Überzeugung hat ihm in den weitesten Kreisen Achtung, Verehrung und Bewunderung eingetragen. Wir freuen uns sehr, dass er heute Abend zu uns gekommen ist."
danach erwählt sich hitler das atlantik für die zukunft als residenz 
das zweite mal ist er im juli 1928 zu besuch in hamburg, diesmal als privatmann - in begleitung von josef goebbels, geli rauball und deren tochter unternimmt er eine woche lang sightseeing inklusive eines trips nach helgoland.
1930 war er dann erneut gast des clubs, diesmal vor 500 zuhörern. 

BINNENALSTER TARNUNG

daß hamburg  - die zweigrößte stadt deutschlands und der wichtigste hafen - zum ziel britischer (und später auch amerikanischer) luftangriffe werden würde, war spätestens seit kriegsbeginn 1939 klar - als reaktion auf deutsche luftangriffe auf großbritannien 1940 begann auch die britische RAF mit bombenangriffen auf deutsche städte - hamburg war bis 1943 allein 137 mal ziel solcher angriffe, dabei starben etwa 1.500 menschen und etwa 25.000 menschen wurden obdachlos.
zu damaligen zeiten flogen die meisten bomber ihre ziele "auf sicht" an, orientierten sich an markanten punkten...hamburg hatte mit dem hafen und der alster solche leicht zu erkennenden markierungspunkte.
um die angreifer in die irre zu führen, wurde die binnenalster (bis auf eine schmale fahrrine) anfang 1941 als "stadtgebiet" getrarnt, indem man sie mit einer konstruktion aus holz, draht und reet überbaute, die straßen und gebäude suggerieren sollten.

außerdem baute man auf der außenalster eine zweite lombardsbrücke als atrappe aus holz, um die piloten zu verwirren.
geholfen hat es letztendlich wenig: bei der stereographischen auswertung von luftbildern konnten die briten erkennen, daß es sich um eine flache konstruktion und nicht um echte gebäude handelte - zum anderen nutzen die bomberpiloten bei den großen luftangriffen wie der operation gomorrha eher den hafen und hamburgs kirchtürme wie den michel und st. nikolai zur orientierung. 
bei der operation gomorrha ging aber letztendlich auch die tarnung der binnenalster in flammen auf. 

LE MERIDIEN - AN DER ALSTER 56 - 63

hundert jahre nach ihrer gründung verschwand 2014 der name volksfürsorge aus der deutschen versicherungslandschaft, nachdem der mutterkonzern bekanntgegeben hatte, daß das unternehmen in der generali aufgehen würde. 
gegründet wurde die volksfürsorge, trotz ihrer rechtsform als AG, 1913 als gewerkschaftlich-genossenschaffentliches versicherungsunternehmen.
das startkapital kam zu hälfte von den deutschen gewerkschaften und den konsumgenossenschaften in hamburg. 
die idee zu dem versicherungsunternehmen hatte im wesentlichen adolf von elm, ein tabakarbeiter aus wandsbek, von 1878 bis 1882 in den usa tätig, von 1894 bis 1907 spd-reichstagsabgeordneter für den kreis pinneberg-elmshorn und vorreiter auf dem bereich der hamburger konsumgenossenschaften, die er neben partei und gewerkschaften als sozialpolitische und -wirtschaftliche säulen für eine umgestaltung der gesellschaft hielt.
von elm wurde erster vorsitzender der volksfürsoge neben friedrich lesche, der seine erfahrungen als angestellter der krankenkasse in altona und als vorsitzender des hamburger "konsum- bau- und sparverein produktion egmbh" mit in das unternehmen mit einbrachte.
auch lesche war spd-reichstagsabgeordneter gewesen (1903 - 1907, 1919/20 und von 1920 bis 1925), zudem mitglied der hamburgischen bürgerschaft von 1910 bis 1921 - er blieb im vorstand der volksfürsorge bis zu seiner pensionierung 1932 und starb im juli 1933...von elm war bereits 1916 an seinem schreibtisch gestorben (ihm zum gedenken gibt es den von-elms-weg in hamburg horn und einen von-elms-hof, eine wohnanlage in barmbek an der fuhlsbütteler straße).
1931 bezog die volksfürsorge das imposante verwaltungsgebäude an der alster. 
1934 zerschlugen die nazis die gewerkschaften und beschlagnahmten das gesamte vermögen - die volksfürsorge ging in den besitz der DAF über, die plötzlich mit 7,1 mio kunden zum größten versicherungskonzern wurde. 
nach dem krieg wurde die volksfürsorge in den besitz der gewerkschaften und der konsumgenossenschaften rücküberführt - 1974 übernahm die BGAG, die beteiligungsgesellschaft der gewerkschaften, als mehrheitsaktionär das unternehmen (die BGAG erlangte später traurige berühmtheit durch die skandale um co-op und die neue heimat) und erwirkte den umzug der verwaltung in das gebäude der ehemaligen "großeinkaufsgesellschaft deutscher konsumvereine" am besenbinderhof (neben der hamburger dgb-zentrale).
1988 wurde die volksfürsorge von der aachen-münchener versicherungsgruppe übernommen, später übernahm die AMB-generali die aktienmehrheit, die verbliebenen minderheitsaktionäre wurden herausgedrängt. 
2008 wurden volksfürsorge und generali zusammengeführt, der bausparkassen-teil dem BHW zugeschlagen und 2014 hörte der name volksfürsorge denn gänzlich auf zu existieren.
passend dazu wurde 2014 auch bekanntgegeben, daß der leerstehende gebäudekomplex abgerissen werden soll...unter der hausnummer an der alster 57 residiert bereits seit längerem das luxushotel le méridien, der rest soll bürogebäuden und 125 luxuswohnungen weichen. 

FLAK-STELLUNG - SCHWANENWIK

die luftverteidung von städten oblag in erster linie flak-stellungen.
für hamburgs innenstadt gab es kaum geeignete orte, um solche stellungen anzulegen - andererseits bot gerade die alster ideale bedingungen für freie sicht und ein freies schußfeld. 
so begann man im märz 1942 mit dem bau der sogenannten "bürgermeister-krogmann-stellung" - auf der außenalster wurden sechs künstliche inseln angelegt auf hölzernen pfählen angelegt - am freibad schwanenwik wurden baracken (unterkünfte, aufenthaltsräume und fernmeldeeinrichtungen) angelegt.  bei alarm gelangten die flaksoldaten über einen etwa 800 m langen holzsteg zu ihren stellungen, die mit splitterscützen aus holz und ziegelsteinen verkleidet waren - muniton und bewaffnung wurden mit speziellen schuten vom "kleinen fährhaus" in harvestehude zu den inseln gebracht und nach den angriffen wieder abgeholt. 
die bewaffnung bestand ursprünglich aus 6 8,8 cm geschützen, die zu ostern 1943 von vier elektrisch betriebenen 10,5 cm- geschützen abgelöst wurden. 
das ganze konstrukt wurde mit reet- und drahtkonstruktionen als insel getarnt.
zur besetzung der stellungen wurden unter anderem schüler der jahrgänge 1926 aus den oberschulen armgartstraße und st. georg sowie der walddörferschule als flakhelfer eingesetzt.
ende juli 1943 wurden die baracken bei luftangriffen schwer beschädigt und die stellung von einer luftmine getroffen, wodurch eines der geschütze unbrauchbar wurde - nach weiteren schweren luftangriffen wurde die stellung quasi aufgegeben, angeblich soll sich 1944 noch eine einzelne 3,7cm flak auf einer der inseln befunden haben; die baracken wurden von soldaten genutzt, die an anderen orten zur luftverteidigung eingesetzt wurden. 
nach kriegsende beauftragte die britische stadtkommentatur die hamburger taucherfirma flint mit der munitionsräumung auf der alster; dabei wurde von juni bis september 1945 die stellung komplett abgebaut, im juni 1946 wurden die letzten 177 holzpfähle der stege aus der alster gezogen.
heute erinnert an der liegewiese schwanwik (am ehemaligen freibad) eine kleine gedenktafel an drei am 25.07. bzw 30.07.43 gefallene flaksoldaten der "feuerstellung alsterbatterie"...wolfgang schopper war zum zeitpunkt seines todes gerade mal 15 jahre alt. 

DAVIDSTERN - SCHÖNE AUSSICHT

der "double triangular pavillion for hamburg" des künstlers dan graham entstand 1999 und befindet sich in einem kleinen park an der außenalster, in direkter nähe zur imam-ali-moschee, der viertältesten moschee in deutschland und heute zentrum des schiitischen islams in deutschland. 
das kunstwerk stellt nicht ausdrücklich auf einen bezug zur nationalsozialischen vergangenheit her - der pavillion hat mit seiner dachkonstruktion insgesamt jedoch die form eines davidsterns...die halbtransparente verglasung läßt einen zum einen auf die umliegenden gebäude blicken, gleichzeitig spiegeln sich andere gebäude und man sieht sich selbst auch im spiegel.

KAMPNAGEL - OSTERBEKKANAL

die kampnagelfabrik in winterhude - heute ein kulturzentrum - wurde 1865 unter dem namen "nagel und kaemp, zivilingenieure" gegründet und baute 1875 am schiffbaren teil der osterbek jene maschinenfabrik. 
ab 1889 firmierte das unternehmen unter dem namen "eisenwerke ag (vorm. nagel und kaemp)"...nachdem vormals überwiegend reismühlen hergestellt wurden, konzentrierte das unternehmen seine produktion um die jahrhundertwende vorwiegend auf schiffs- und hafenkräne. 
1934 wurde der name in kampnagel ag geändert - wie viele hamburger unternehmen wurde auch kampnagel ab 1939 zur rüstungsproduktion herangezogen, was zur folge hatte, daß der betrieb seine produktion mit hilfe von zwangsarbeitern aufrecht erhalten mußte. 
in der jarrestraße gab es damals zwei lager für ausländische zwangsarbeiter, die bei kampnagel eingesetzt wurden ein drittes, weit größeres lager bestand in der burmesterstraße
nach dem krieg nahm die kampnagel die produktion von kränen wieder auf, allerdings ging der bedarf mit dem aufkommen der containerschiffahrt deutlich zurück - 1968 wurde das unternehmen an die demag ag verkauft und produzierte bis 1981 gabelstapler.
kampnagel diente willi bredel als vorbild für seinen erstlingsroman "maschinenfabrik n&k", 1930 ib festungshaft (wegen vorbereitung literarischen hoch- und landesverrats) geschrieben; bredel hatte 1926 als dreher bei nagel und kaemp gearbeitet - sein bekanntestes werk ist "die prüfung", geschrieben 1934 im londoner exil, in dem er seine haft im kz fuhlsbüttel verarbeitet.
dies war die erste beschreibung des nationalsozialistischen terrors.

GASWERK - JOHANNES-PRASSEK-PARK

1873 sollte in hamburg ein zweites gaswerk gebaut werden, vorgesehen dafür war ansich eppendorf, doch die eppendorfer wehrten sich mit der druckschrift "ein nothschrei aus eppendorf" und so entschied der senat, das gaswerk in barmbek zu bauen - um die versorgung des werkes mit kohle zu gewährleisten, wurde zwischen 1874 und 76 auch die osterbek zum kanal erweitert - 1907 wurde der barmbeker stichkanal gegraben, der osterbek- und goldbekkanal verband - nun konnte die notwendige kohle mit zügen zum güterbahnhof barmbek gebracht werden, wurde dort auf schuten geschüttet und so zum gaswerk geschifft
die gaswerk, seit 1890 in staatlicher hand, beschäftigten im zweiten weltkrieg ebenfalls zwangsarbeiter, wie aus einem schadensbericht nach bombenangriffen 1943 hervorgeht, bei denen das werk weitestgehend zerstört wurde. 
nach dem krieg wurde es wiederaufgebaut, verlor allerdings nach errichtung der zweiten kokerei am katwik und der umstellung auf erdgas an bedeutung.
1960 wurde das gaswerk geschlossen und das gelände lag bis 1972 brach - die neubebauung verzögerte sich erheblich, da der boden mit schadstoffen erheblich belastet war. 
heute erinnert eine gedenktafel an das gaswerk, die im johannes-prassek-park steht...johannes prassek war ein katholischer pfarrer, in barmbek geboren, bekanntgeworden als einer der "lübecker martyrer".
prassek machte aus seiner aversion gegenüber dem ns-regime in seinen predigten in der herz-jesu-kirche in lübeck keinen hehl, zudem betreute er polnische zwangsarbeiter seelsorgerisch, was verboten war. 
am 18.05.1942 wurden er und drei mitstreiter von der gestapo verhaftet, später wegen hochverrats verhaftet und am 10.11.1943 in der haftanstalt am holstenglacis mit dem fallbeil hingerichtet.

HEIDENREICH & HARBECK - BARMBEKER STICHKANAL

heidenreich und harbek wurde 1868 gegründet und hatte seine ersten werkstätten in der glashüttenstraße im karoviertel - anfang des 20sten jahrhunderts erfolgte eine schriffweise verlegung der produktion nach barmbek, bzw winterhude auf ein gelände zwischen wiesendamm und hufnerstraße.
1917 war der umzug abgeschlossen. 
h&h waren zunächst auf die fertigung von drehmaschinen spezialisiert, mit der beginnenden aufrüstung unter den nazis stellte man auf die produktion von geschützen um, die im zweiten weltkrieg 60% der der erzeugung ausmachten.
dafür wurden h&h zunächst 350 kriegsgefangene als zwangsarbeiter zugeteilt, die in verschiedenen lagern lebten, nach und nach allerdings im lager an der burmesterstraße zusammen gefaßt wurden. 
das hamburger werk von h&h wurde 1976 geschlossen, nachdem die firma 1972 an die gildemeister ag verkauft wurde und inzwischen ihre deutschen werke in mölln hat...die neuen eigentümer lehnen bis heute jegliche zahlungen von entschädigungen an zwangsarbeiter ab. 

MUSEUM DER ARBEIT - OSTERBEK 

1851 meldete nelson goodyear - bruder von charles goodyear, dem erfinder des weichgummis durch vulkanisation - das sogenannte ebonit, das hartgummi als patent an, quasi der erste industriell verwendete kunststoff. 
für europa erwarb heinrich adolph meyer im selben jahr die patente und gründete 1856 die "harburger gummi-kamm-compagnie" - zwei ehemalige mitarbeiter, johann maurien und conrad poppenhusen machten sich 1870 selbstständig und gründeten die "new-york hamburger gummi-waaren compagnie" und bauten eine fabrik am osterbekkanal, wo in erster linie hartgummikämme hergestellt wurden.
in der nazi-zeit wurde das werk natürlich auch auf "kriegswichtige produktion" umgestellt und unterhielt auf dem werksgelände ein eigenes lager für zwangsarbeiter, bzw bediente sich der arbeiter aus dem lager burmesterstr. 
in den letzten tagen der operation gomorrha wurde neben dem stadtteil barmbek auch das werk getroffen und weitgehend zerstört. 
die NYH verkaufte 1949 das gelände an die stadt und verlagerte später ihre produktion komplett nach harburg, so daß quasi nur eine industriebrache blieb, nachdem diverse gebäude abgerissen worden waren.
in der zinnschmelze entstand 1986 ein kulturzentrum, in anderen gebäuden hatten sich händler und werstätten niedergelassen. 
seit 1992 wurden dann die gebäude zum museum der arbeit umgestaltet.

USC PALOMA  - BARMBEKER STICHKANAL

gerade entlang der alster und entlang der kanäle gab es auch zahlreiche wassersportvereine, die der arbeitersportbewegung zuzurechnen waren.

nach dem reichstagsbrand zerschlugen die nazis auch den atsb und seine vereine, die vermögen wurden eingezogen, einrichtungen requiriert, viele mitglieder verhaftet und in kz's verschleppt oder sogar ermordet (z.b. ernst grube oder werner seelenbinder)...viele ehemalige arbeitersportler suchten danach eine neue heimat in den sogenannten bürgerlichen vereien, auch wenn es eine direktive des reichssportführers gab, daß jeder, der nach 1933 einem verein im "deutschen reichsbund für leibesübungen" beitreten wollte, zwei bürgen brauchte und eine schriftliche loyalitätserklärung unterschreiben mußte.
viele taten das, um weiter sport treiben zu können - so trat ein großteil der ruderer der entlang der alsterkanäle zerschlagenen vereine dem usc paloma bei.
dort wurde auch politisch diskutiert, was aus zahlreichen berichten hervorgeht, die eingeschleuste gestapo-spitzel schrieben.
einen organisierten widerstand der deutschen arbeitersportler hat es allerdings nicht gegeben - allenfalls die kommunistische "kampfeinheit für rote sporteinheit" gründete mehrere illegale organisationen, die aber allesamt von der gestapo zerschlagen wurden. 

STADTHALLE, SWING-JUGEND - STADTPARKSEE 

der barmbeker stichkanal mündet schließlich in den goldbekkanal, der dann durch winterhude führt, am stadtparksee vorbei.
der stadtpark, das ehemalige sierische gehölz (deswegen auch die sierichstraße), wurde 1910 von der hamburgischen bürgerschaft gekauft und für die gewachsene stadt sozusagen zur grünen lunge umgebaut.
1914 konnte der stadtpark eröffnet werden - kriegsbedingt dauerte es allerdings bis 1922, bis der park fertig war. 
die entwürfe stammten von fritz schumacher (hochbaudirektor) und ferdinand sperber (oberingenieur), die wesentlichen arbeiten stammten von otto linne, hamburgs erstem gartenbaudirektor. 
am östlichen ende zur saarlandstraße lag am stadtparksee die 1924 eröffnete stadthalle (neben der 1924 eröffneten freilichtbühne). ein dreigeschossiges backsteingebäude mit veranstaltungssälen, einem theater und biergarten, welche insgesamt platz für 10.000 menschen bot.
waren stadthalle, festwiese und freilichtbühne anfangs im "roten" hamburg fest in sozialdemokratischer hand - aufmärsche der nsdap fanden in der regel auf der moorweide (dammtor), veranstaltungen im sagebiel (etwa da, wo heute die staatsoper steht) statt. 
nach der machtübernahme okkupierten die nazis natürlich auch die stadthalle für ihre zwecke, allerdings konnten in nebensälen auch weiterhin konspirative tanzveranstaltungen der sogenannten "swing-jugend" stattfinden.
die swing jugend war eine zunächst unpolitische großbürgerliche jugendbewegung, die vor allem in hamburg und berlin verbreitet war. 
die swing-jugendlichen trugen "lange" haare, englische kleidung und hörten vor allem amerikanische jazz- und swing-musik - spätestens ab kriegsbeginn war solcher non-konformismus dann auch eine art von widerstand, denn ab dort war das abhören von ausländischen sendern und das lesen von ausländischen zeitungen mit strafe bedroht.
mit dem kriegsbeginn wurden öffentliche tanzveranstaltungen stark eingeschränkt, seit 1940 war jugendlichen unter 18 jahren der besuch solcher veranstaltungen verboten.
am 18.8.41 trat die sogenannte "sofortaktion gegen die swing-jugend" in kraft, etwa 300 mitglieder wurden verhaftet, die strafen reichten vom abschneiden der haare bis hin zur einweisung in konzentrationslager.
die lage verschärfte sich 1943 nach der niederlage in stalingrad...im januar 1943 wurde günter discher als "rädelsführer" verhaftet und per schutzhaftbefehl in das jugend-kz nach moringen (bei göttingen) eingewiesen, weil er "durch sein zersetzendes und staatsabträgliches treiben erhebliche unruhe in die bevölkerung" trage  - von den 1.400 häftlingen zwischen 13 und 22 jahren wurden mindestens 89 ermordet.
spätestens danach politisierte sich die bewegung deutlich stärker - teile der mitglieder der weißen rose sympathisierten mit den swing-boys und teile der swing-jugend kamen mit der weißen rose in kontakt.
bruno himpkamp war zeitweise nachhilfeschüler von hans leipelt gewesen, einem der köpfe des hamburger zweiges der weißen rose.
es reiften pläne für eine demonstration über den jungfernstieg oder die idee, das stadthaus oder die lombardsbrücke in die luft zu sprengen; die pläne wurden aber allesamt nicht umgesetzt.
bei einer zweiten großen verhaftungswelle gegen mitglieder der swing-jugend wurde himpkamp am 12.05.43 festgenommen, saß zunächst in fuhlsbüttel ein und kam dann als schutzhäftling zunächst ins kz neuengamme und dann ins zuchthaus stendal, wo er von allierten streitkräften am 12.04.45 befreit. 
so mußte der prozeß gegen ihn und seinen "mitverschwörer" gerd spitzbarth vor dem volksgerichtshof hamburg nur in abwesenheit stattfinden; lediglich himpamps freund thorsten müller ist zugegen, wird zu 10 jahren zuchthaus verurteilt...auch er überlebt das kriegsende.
die stadthalle hingegen nicht...sie war bei den bombenangriffen 1943 schwer getroffen und weitestgehend zerstört worden und wurde nach dem krieg nicht wieder aufgebaut...an ihrer stelle steht heute das modellbootbecken

SCHWIMMBAD - STADTPARKSEE

früher sprangen badewillige wohl ganz einfach so in den stadtparksee.
mit wildem herumgeplantsche hatten natürlich die nazis ihre probleme und so wurde in den 30er jahren ein teil des stadtparksees vor der stadthalle abgetrennt und in ein freiwasser-schwimmbad umgewandelt (um sozusagen das schwimmen in geordnete bahnen zu lenken).
daneben befand sich ein ebenfalls unter den nazis errichteter kleinkaliber-schießplatz...was alles darauf hindeutet, daß das areal nach 1933 nicht nur dem freizeitvergnügen, sondern vor allem auch der wehrertüchtigung dienen sollte.
nach der entlassung linnes und dem rücktritt schumachers widmete sich der neue gartenbaudirektor hans meding in erster linie dem wallringpark, besser als planten und blomen bekannt - erst 1937, mit den plänen, hamburg zur führerstadt umzubauen, rückt auch der stadtpark wieder in den focus.
die architekten konstanty gütschow und erich zu putlitz planten eine verdoppelung des arreals mit großen sportanlagen.
umgesetzt wurden die 1941 fertiggestellten pläne kriegsbedingt jedoch nie. 
am stadtbad sind noch die letzten reste der bebauung der ehemaligen stadthalle zu erkennen, die in den 50er jahren komplett abgerissen wurde...ihre fundamente dienen heute als umkleideräume. 

FESTWIESE / PLANETARIUM - STADTPARK

gegenüber des sees und der stadthalle liegt die große festwiese, an deren ende das planetarium liegt, ursprünglich 1913 bis 1915 als wasserturm gebaut.
als planetarium dient der 1924 stillgelegte turm seit 1930. 
die festwiese und auch die sportanlagen waren im "roten" hamburg zunächst fest in sozialdemokratischer hand...so führten arbeitersportler auf der jahn-kampfbahn freiübungen vor; noch 1929 versammelten sich hier tausende zu einem antifaschistischen apell und traditionell fanden hier die maikundgebungen zum tag der arbeit statt. 
doch schon 1928 entdeckten auch die rechten die festwiese, veranstalteten hier zum "reichsfrontsoldatentag"  - nach der machtübernahme bekommen auch die maikundgebungen zum "tag der deutschen arbeit" ein gänzlich anderes gesicht. 
noch am 14.04.34 nimmt sa-stabschef ernst röhm persönlich eine parade von 1.000 SA-männern, einer marine-brigade, einer SS-standarte und und einer motorstaffel ab (zweieinhalb monate später läßt hitler ihn ermorden).
nachdem die in hamburg stationierte 20. infanteriedivision 1937 motorisiert worden war, wohnten tausende hamburger einem aufmarsch der soldaten im stadtpark bei.
der stadtpark mit seinen weiten grünflächen spielte natürlich auch in der planung der luftverteidigung eine große rolle, auf der festwiese befand sich eine flakstellung mit sechs geschützen, auf dem wasserturm wurden scheinwerfer angebracht, das gelände war von laufgräben und erdstellungen zerfurcht.  
die flak-stellung war einer der gründe, weswegen der stadtpark mehrfach bombardiert wurde.
die festwiese und andere areale des stadtparks wurden im verlauf des krieges auch dazu benutzt, wohnraum für ausgebombte hamburger zu schaffen, in sogenannten plattenhäusern und nissenhütten. 
die flakstellung wird, wie die zerstörte stadthalle, das parkcafé und die milchwirtschaft 1951 komplett abgetragen. 

GOLDBEKHAUS - GOLDBEKKANAL
winterhude war in den 1860ern ansich noch ein bauerndorf, seit 1859 verband eine brücke das dorf mit uhlenhorst - erst die aufhebung der hamburger torsperre machte den flecken zu einem interessanten standort.
adolph sierich erwirbt quasi den halben norden winterhudes, julius gertig - ein lotterieunternehmer - engagiert sich vor allem im süden, ließ die goldbek zu einem schiffbaren kanal ausbauen, die später nach ihm benannte gertig- und die geinbelstraße anlegen.
winterhude wurde 1894 offiziell stadtteil hamburgs, was der industrialisierung enormen aufschub verlieh - 1889 hatten der schiffskapitän robert schülke und der amsterdamer kaufmann julius mayr-bertheau ein unternehmen zur herstellung von desinfektionsmitteln und erwarben das weltpatent für lysol.
das unternehmen erwarb ein areal am goldbekkanal für seine produktion.
lysol war während der choleraepedemie von 1892 ein großer erfolg beschieden.
1913 wurde mit sagrotan das erste desinfektionsmittel für endverbraucher in den markt eingeführt.
in der ns zeit wurde das unternehmen, seit 1911 eine AG, treuhänderisch von der sozietät wassermann / fischer / bussmann verwaltet. 
martin wassermann war fachanwalt für patent-, urheber-, warenzeichen- und wettbewerbsrecht, nebenbei dozent an der universität hamburg, 1923 zum professor ernannt mit einem lehrstuhl für "industrielles eigentum". 
nach der machtübernahme der nazis wurde wassermann, da er jude war, im august 1933 die lehrbefugnis entzogen, im april 1936 mußte er auf druck der nazis aus der gemeinsamen sozietät austreten; seine ehemaligen kollegen hielten jedoch zu ihm und ließen sich außergerichtlich von ihm beraten.
im september 1938 mußte er seinen vornamen in maim ändern...nachdem er die reichspogromnacht beruflich in london verbracht hatte, riet ihm sein ehemaliger sozietätskollege kurt bussmann, nicht mehr nach deutschland zurück zu kommen - wassermann blieb in london, am 30.11.38 erhielt er ein allgemeines berufsverbot in deutschland, emigrierte im februar 1939 nach argentinien, wo er 1953 starb. 
schülke & mayr wurden 1941 am ersten mai vom "amt für schönheit der arbeit" als nationalsozialistischer musterbetrieb mit der goldenen fahne ausgezeichnet. 
im krieg blieb das unternehmen, das wichtige produktionszweige in weniger gefährdete gebiete (brand / fichtelgebirge und wesel / rheinland) ausgelagert hatte, weitestgehend von bombenangriffen verschont, während andere betriebe in der nachbarschaft fast vollkommen zerstört wurden.
auch schülke & mayr setzte natürlich zwangsarbeiter ein, allerdings läßt sich bislang nicht nachweisen, wo sich die lager befanden.
1963 verließ das unternehmen winterhude und siedelte in den norderstedter stadtteil glashütte um.

DIE ÄTHERWELLE - EICHENPARK / ROTHENBAUMCHAUSSEE

1931 beschlossen der ndr und der hamburger senat, einem der größten söhne der stadt - dem physiker heinrich hertz, dem 1886 die übertragung von elektromagnetischen wellen von einem sender zu einem empfänger gelungen war...ein meilenstein in der entwicklung der drahtlosen telegrafie und eine der grundlagen des radios.
den auftrag für das denkmal erhielt der hamburger künstler friedrich wield, einst mitbegründer der hamburger sezession, der bereits zahlreiche arbeiten im auftrag der stadt hamburg angefertigt hatte.
1933 hatte wield die gipsform für die bronzeskulptur vollendet, doch die nazis, inzwischen an die macht gekommen, verweigerten die aufstellung der skulptur und damit auch die zahlungen an den künstler, weil heinrich hertz sohn eines konvertierten juden gewesen war. 
die gipsform verschwand in der "mottenkiste" - friedrich wield nahm sich am 10.06.1940 wegen der einschränkung seiner künstlerischen arbeit durch die nazis in hamburg das leben...fritz schumacher hielt damals die trauerrede.
die ätherwelle geriet lange in vergessenheit.
wields bekannte lore kegel, testamentarisch mit wields nachlass betraut, rettete seine hinterbliebenschaften und ihr sohn boris kegel-konietzko nahm mitte der 80er jahre den dialog mit der hamburger kulturbehörde erneut auf.
manfred sihle-wissel erhielt den auftrag, die skulptur zu restaurieren, 1988 wurde sie von der düsseldorfer gießerei schmäke in bronze gegossen. 
nach langen diskussionen wurde die skulptur 1994 im eichenpark an der außenalster aufgestellt - dort steht sie heute nicht mehr.
nach diskussionen zwischen ndr und den erben von heinrich hertz um den unwürdigen standort soll sie sich seit juni 2016 vor dem ndr-gebäude an der rothenbaumchaussee befinden.

HARVESTEHUDER WEG 
der harvestehuder weg war in hamburg immer schon als straße der millionäre bekannt - 1830 waren die liegenschaften des klosters der landherrenschaft der geestlande angegliedert worden, 1848 wurden die vogteien rothenbaum und harvestehude zum stadterweiterungsgebiet erklärt. 
auch wenn es hohe auflagen für die bebauung gab, sicherten sich viele vermögende hamburger die sahnegrundstücke; zunächst nur für landhäuser und sommerresidenzen - nach aufhebung der torsperre 1861 dann auch für ganzjährig bewohnte villen, womit die tradition der alten kaufmannshäuser (wohnort, kontor und speicher in einem gebäude) entgültig aufgegeben wurde. 
rothenbaum und harvestehude wurden 1874 zu vororten und 1894 zu stadtteilen hamburgs erklärt - um 1911 lebten in hamburg 723 millionäre, davon nahezu die hälfte in rothenabum und harvestehude. 
12,5 % der millionäre hatten ein haus am harvestehuder weg. 
nach der machtübernahme interessierten sich die nazis besonders für die gebäude am harvestehuder weg - es kam zu zahlzeichen zwangsverkäufen und enteignungen von jüdischen oder jüdisch-stämmigen vorbesitzern und ein großteil der gebäude wurde für nie ns verwaltung in hamburg genutzt. 
insgesamt waren die meisten gebäude von den bombardements auf hamburg relativ wenig betroffen; nach kriegsende beschlagnahmten die britischen besatzungstruppen einen großteil der gebäude für militärangehörige und britische verwaltungseinrichtungen. 
inzwischen ist die zeit der großen villen, deren architektur fritz schumacher einst als "krauses durcheinander der baustile der letzten 150 jahre" genannt hatte, weitgehend vorbei - das ganze wird immer mehr beherrscht von moderner zweckarchitektur der 60er jahre, von stadthäusern, aber auch vermehrt von konzernzentralen und firmen. 

HARVESTEHUDER WEG 55

auf dem gelände befindet sich heute ein zwischen 1972 und 1974 erbautes mehrfamilienhaus, vormals befand sich dort die villa kugelmann.

ferdinand kugelmann gründete 1871 eine im- und exportfima, mit der er wohlhabend wurde, 1881bis 1885 war er konsul argentiniens in hamburg, von 1902 bis zu seinem tode 1915 konsul guatemalas. 
er war ab 1907 mitbegründer der hamburgischen wissenschaftlichen stiftung, die sich maßgeblich für die errichtung einer hamburger universität einsetzte.
in der haupthalle der uni hamburg erinnern noch bildtafeln an ferdinand kugelmann, die allerdings schon ziemlich verblichen sind.
ferdinand kugelmann war zwar evangelisch, seine ehefrau elena war eine katholische kreolin, seine kinder wurden evangelisch getauft und erzogen, allerdings war er selbst ein konvertierter jude, das sollte seiner familie unter den nazis zum verhängnis werden. 
das vermögen der kugelmanns wurde beschlagnahmt, man zahlte der witwe aus ihrem eigenen vermögen lediglich 1000 rm monatlich, womit sich der große haushalt kaum aufrecht erhalten ließ; die kugelmanns mußten ständig möbel, bilder oder teppiche verkaufen. 
der älteste sohn war bereits 1907 gestorben; fernand, der zweitälteste, wurde 1938 in die psychatrische und nervenklinik der hansischen universität eilbektal eingewiesen, wo er ein jahr später starb, offiziell an herz- und kreislaufschwäche...eine todesursache allerdings, die damals gerne bei euthanasieopfern angegeben wurde. 
erwin kugelmann war wegen seiner homosexuellen neigungen zwischen 1936 und 1938 mehrfach im kloafu inhaftiert worden, 1938 kam er erneut in das untersuchungsgefängnis am holstenwall; kurz nach seiner entlassung starb er im juni 1939, offiziell an bronchialkrebs...gut möglich, daß mit dieser angabe verschleiert werden sollte, daß der tod eher die folge der vielfach erlittenen mißhandlungen war. 
elena hercilia, inzwischen 82 jahre alt, stürzte im november 1940 während einer verdunkelungsmaßnahme eine treppe in ihrem haus herunter und war sofort tot.
maria kugelmann, eine der beiden töchter, wurde am 18.11.41 nach minsk deportiert und ist seitdem verschollen.
robert, der jüngste sohn, heiratete am 10.06.1942 anna marie wolff - irrigerweise glaubte er wohl immer noch, daß ihm als evangelischem hochdekorierten weltkriegs-veteran nichts passieren würde. 
anfang juli erhielt das ehepaar den umzugsbefehl - sie sollten den haushalt auflösen und eine wohnung in der grindelallee 21 - einem judenhaus - beziehen., was eigentlich gleichbedeutend mit einer baldigen deportation war. 
zu dem umzug kam es nicht mehr; robert sorgte dafür, daß hartmut, anna maries sohn aus erster ehe zu pflegefamilien nach berlin kam.
am 18.07.1942 hätte sich das ehepaar (mit ihrem sohn) in der schule schanzenstraße einfinden sollen - am 19.07. fand man die leichen der beiden im badezimmer der villa, auf matratzen gebettet, bei geöffnetem gashahn. 
einzig bella kluck, zwillingsschwester von maria, war es gelungen mit einem der letzten sammeltransporte aus deutschland zu entkommen und emigrierte über spanien nach venezuela.
nach dem krieg erbte sie (mit hartmut) zwar die reste des vermögens und auch die villa - die war jedoch inzwischen als quartier für ausgebombte hamburger und danach als quartier für britische soldaten genutzt worden und so ruiniert, daß sich eine instandsetzung nicht mehr lohnte. 

HARVESTEHUDER WEG 41

1878 von martin haller (die hallerstraße ist nach seinem vater bürgermeister nicolaus ferdinand haller benannt) als villa krogmann gebaut für den hamburger reeder und kaufmann richard carl krogmann.
dessen sohn carl vincent krogmann, mitinhaber des handelshauses wachsmuth und krogmann wurde 1930 in die hamburger handelskammer gewählt und war im vorstand des deutschen nationalklubs.  1932 trat er dem keppler kreis (später freundeskreis reichsführer ss), in dem grundzüge einer ns-wirtschafts- und finanzpolitik erarbeitet wurden und der schon im november 1932 den reichspräsidenten hindenburg in der sogenannten "industrielleneingabe" bat, hitler zum reichskanzler zu ernennen. 
mitglieder des keppler-kreises, meist eher zweit- oder drittrangige industrielle oder wirtschaftler gehörten zu den größten profiteuren der arisierungen.
als nach der machtübernahme der nazis der hamburger senat geschlossen zurücktrat, regte hamburgs neuer starker mann karl kaufmann krogmann als neuen ersten bürgermeister vor.
krogmann trat am 8. märz 1933 dem hamburger senat bei und wurde zum ersten bürgermeister gewählt; am 01. mai trat er der nsdap bei. ab dem 18.05. war er regierender bürgermeister - nach der neuordnung der verwaltung in hamburg  im juli 1936 allerdings nur noch "leiter der gemeindeverwaltung"
neben diesem posten war krogmann gauarbeitsführer, gehörte dem präsidium der reichsschrifttumskammer an, war mitglied der akademie für deutsches recht sowie landesführer des deutschen roten kreuzes.
nach der besetzung hamburgs durch britische truppen und der verhaftung kaufmanns am 3. mai 1945 wurde krogmann wieder bürgermeister der stadt von britischen gnaden, leitete täglich sitzungen des hamburgischen senats  - allerdings nur bis zu seiner verhaftung am 11.05.45, danach war er bis april 1948 in bielefeld interniert, wurde von der dortigen spruchkammer im august 1948 wegen mitgliedschaft in einer verbrecherischen organisation zu einer geldstrafe von 10.000 MARK verurteilt - die strafe galt allerdings als mit der internierung verbüßt; in freiheit engagierte sich krogmann zunächst in der baubranche und wurde dann leiter eines holzgroßhandels.

politisch betätigte sich krogmann nicht mehr, ließ jedoch in mehreren schriften weiterhin seine gesinnung erkennen, mit denen er kontakt zu ehemaligen gesinnungsgenossen aufrecht halten wollte. 
krogmann starb am 14.03.1978 in hamburg. 
heute gehört das gebäude zum verlagskomplex hoffman und campe und wird - wegen des vor dem gebäude 1959 aufgestellten denkmals für den dichter heinrich heine auch "heine-villa" genannt. 

HARVESTEHUDER WEǴ 29-33 - SOPHIENTERRASSEN

1935 kaufte die ns-führung das arreal zwischen harvestehuder weg, sophienterrasse und mittelweg; eine der villen wurde wohnsitz von general der kavallerie wilhelm knochenhauer, der, nach wiedereinführung der allgemeinen wehrpflicht am 16.03.1935, am 16.05. zum kommandierenden general des x. amreekorps befördert wurde und damit auch kommandant des wehrkreis X. wurde, dem die provinzen hamburg, schleswig-holstein und bremen (wozu auch große teile des nördlichen niedersachsens von emden bis lüneburg gehörten) zugeordnet waren. 
1935 erhielt das hamburger architekturbüro distel und grubitz, welches sich bisher eher mit krankenhausbauten hervorgetan hatte, den auftrag zur errichtung des monumentalen gebäudes für das wehrkreiskommando X und die stadtkommandantur hamburg, quasi das erste gebäude, welches unter der ns herrschaft errichtet wurde. 
nach dem tod von general knochenhauer 1939 wurden die sophienterrassen in general knochenhauer-straße umbenannt...der wehrkreiskommando war eher ein posten für generale, die nahe dem ruhestand waren oder für die man sonst wenig verwendung hatte, wobei sich dabei besonders general erich lüdke hervortat, knochenhauers nachfolger als wehrkreiskommandant.
nach knapp einem jahr an den sophienterrassen wurde er kommandeur der deutschen truppen in dänemark; von diesem posten wurde wurde er wegen seiner inkompetenz, den dänischen widerstand in den griff zu bekommen, im september 1942 abberufen und in die fühhrerreserve versetzt, was so ziemlich gleichbedeutend mit vorzeitigem ruhestand war. 

ebensowenig einfluß hatte der letzte wehrkreiskommandant wilhelm wetzel, der seit märz 1944 hier residierte - hamburg hatte seit dem 2. april 45 einen sogenannten "kampfkommandanten", den generalmajor der luftwaffe alvin wolz, der jedoch ebenso wie gauleiter kaufmann schnell zu dem entschluß kam, daß ein weiterführen des widerstandes ziemlich sinnlos sein würde. 
am 22. april wurde hamburg zur festung erklärt - kaufmann ließ das gebäude an den sophienterrassen mit stacheldraht umgeben und durch militärposten sichern, offiziell wegen der bedrohung durch britische soldaten, allerdings hatte er auch sorge, von himmler und dönitz entmachtet zu werden, denn schon am 29. april 1945 hatte man vorsichtig die fühler ausgestreckt, um mit den briten über eine kapitulation der stadt zu verhandeln. 
nach außen hin hatten sich kaufmann und wolz zwar entschlossen gezeigt, die stadt mit allen mitteln zu verteidigen - nach hitlers tod allerdings wurde hamburg am 02.05. zur offenen stadt erklärt, die restlichen einheiten der wehrmacht nach schleswig-holstein abgezogen...am 03.05.45 kapitulierte generalmajor wolz dann schließlich in der nähe von lüneburg, woraufhin britische truppen in die stadt einrückten.
nach dem krieg übernahm zunächst die britische kommandantur das gebäude, in den wehrmachtsbaracken wurden notunterkünfte für 30 familien errichtet. 
1956, mit gründung der bundeswehr übernahm dann wieder die armee die liegenschaften, welche diverse insitutionen beherbergte, unter anderem das verteidigungsbezirkskommando 10, das musikkorps I B, die MAD stelle 11 und vor allem das kreiswehrersatzamt hamburg bis 2012 - bis 2014 war hier noch das karrierecenter der bundeswehr untergebracht. 
inzwischen wird das gebäude entkernt, da die fassade unter denkmalschutz steht und als sogenanntes sophienpalais neu erbaut; insgesamt sollen auf dem arreal 105 neue luxuswohnungen entstehen - die preiswerten mit 37 qm werden 235.000 € kosten - große kontroversen gab es um das gebäude auf der gegenüberliegenden seite der stadtkommandantur an der ecke zum mittelweg. 
schon 2014 wurde geplant, hier eine unterkunft für 200 flüchtinge zu errichten, wogegen anwohner klagten - nach einem langen rechtsstreit konnten ende januar dann die ersten flüchtlinge ihre neuen unterkünfte beziehen.

HARVESTEHUDER WEG 27 

ursprünglich stand auf dem gelände ein landhaus der alten hamburger senatorenfamilie de chapeaurouge, erbaut vom hamburger architekten alexis de chateuauneuf (der u.a. auch die alte post und die alsterarkaden erbaut hatte), 
1900 ging das gelände an den sephardischen diamantenmagnaten alfred beit, der dort eine villa für seine mutter errichten ließ (zugang allerdings vom mittelweg 113 aus) - auf dem teilgrundstück zum harvestehuder weg errichtete philipp schäfer dann eine villa für das karstadt vorstandsmitglied hermann schöndorff (schäfer baute u.a. auch die hamburger karstadt-zentrale in der steinstraße - heute die finanzbehörde)...hermann und sein bruder waren inhaber einer firma, die zunächst hölzerne bettgestelle produzierte, sich dann auf ladenbau und inneneinrichtung von warenhäusern konzentrierte, aber auch die inneneneinrichtung von bahnwaggons herstellte. 
gegen ende des ersten weltkrieges konzentrierte man sich ganz auf den bau von eisenbahnwaggons; 1933 wurde die holzbauabteilung stillgelegt und das unternehmen in düsseldorfer waggonbau ag (DÜWAG) umbenannt.
schon bald nach der machtergreifung durch die nazis wurde albert schöndorff aus seiner firma herausgedrängt, da er jude war; er ging später ins exil in die niederlande, wurde dort aber mit seiner familie verhaftet und 1942 nach auschwitz deportiert, wo er spätestens 1944 ermordet wurde. 
sein bruder hermann wurde am 29.03.1933 aus dem vorstand der karstadt ag gedrängt, ging danach ins exil und starb 1936 
danach wurde die villa von den nazis beschlagnahmt und wurde sitz der hamburger SA-ortsgruppe hansa und ihres leiters herbert fust. 
fust war seit 1930 in der SA und der NSDAP, saß von 1933 bis 1945 als abgeordneter im deutschen reichstag, wurde 1933 zum sonderbevollmächtigten der obersten sa-führung in hamburg und mecklenburg ernannt und übernahm ende 1933 bis 1937 die führung der sa-gruppe hansa in hamburg - fiel kurz in ungnade und bekam eine verwarnung wegen trunkenheit und sexuellen übergriffen - überstand aber den röhm-putsch unbeschadet und kehrte - nach anderweitigen verwendungen 1942 erneut als leiter der sa-gruppe hansa und als staatsrat nach hamburg zurück - nach kriegsende wurde er interniert, 1952 in wiesbaden wegen "landfriedensbruch und anstiftung zur brandstiftung" angeklagt, verbrechen im zusammenhang mit dem novemberpogrom 1938.
er wurde wegen mangels an beweisen freigesprochen und lebte bis zu seinem tod 1974 unbehelligt in buchholz in der nordheide.

HARVESTEHUDER WEG 12
das budge-palais wurde 1884 für den schiffsmakler ivan gans errichtet; 1900 kaufte der in frankfurt-main geborene henry budge, der es in den usa als bankier zu großem vermögen gebracht hatte, haus und grundstück und ließ es ab 1903, als er sich in hamburg (seine frau emma war in hamburg geboren worden) niederließ, bis 1913 sukkzessive umbauen und erweitern.
auf der parkanlage entstanden stallungen, obst- und treibhäuser und am gebäude - als geburtstagsgeschenk für emma - 1910 der sogenannte spiegelsaal, der privaten theater- und musikaufführungen diente und das budge-palais zu einem zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen lebens in hamburg machte....was das palais vor allem auszeichnete, war die anzahl der badezimmer - es sollen wohl an die 20 gewesen sein...badezimmer ein muss in den damaligen usa - ungeahnte hygiene im hamburg der damaligen zeit.
die budges sammelten porzellan und kunstwerke, gründeten 1920 ihre erste stiftung zur unterstützung von hilfsbedürftigen ohne ansehen des glaubens - die budges waren jüdischen glaubens - 1922 folgte die nächste stiftung.
henry budge starb 1928 - in einem gemeinsamen testament war vorgesehen, daß die umfangreiche sammlung nach dem tod des letzten ehegatten an das museum für kunst und gewerbe in hamburg übergehen sollte - 1932 wurde das testament von emma dahingehend geändert, daß haus, grundstück und die kunstwerke an die stadt hamburg übergehen sollten und das ganze ein öffentlich zugängliches museum werden sollte.
nach der machtübernahme durch die nazis änderte emma ihr testament mehrfach - ihr vermögen sollte nun dem amerikanischen staat zufallen, oder - falls das nicht möglich sei - der jüdischen gemeinde in hamburg...jedenfalls, so instruierte sie ihre testamentsvollstrecker, solle ihr erbe ausdrücklich NICHT der stadt hamburg zufallen.
nach emmas tod 1937 wurden ihre bestimmungen jedoch einfach ignoriert; ein großteil der testamentsvollstrecker war bereits - da ebenfalls jüdischen glaubens - aus deutschland geflohen - es wurden die alten verfügungen von 1932 wieder für gültig erklärt - die stadt hamburg okkupierte das gebäude, auf dem karl kaufmann ab 1938 als reichsstatthalter residierte...die kunstsammlung der budges möbel, porzellan  wurde 1937 mit fünf möbelwagen nach berlin gekarrt und dort im auktionshaus graupe versteigert...der erlös von etwa 1 MIO RM ging auf ein sperrkonto, ebenso wie der kaufpreis für das grundstück von 305 TRM.
dieses guthaben allerdings reduzierten die nazis durch sondersteuern, abgaben auf devisen und anderes so sehr, daß im endeffekt nichts mehr übrig blieb.
die letzten bewohner des budge-palais, henry neffe siegfried und seine frau ella, wurden 1937 aus dem haus vertrieben, mußten sich danach auf eine demütigende suche nach einer neuen unterkunft begeben. 
siegfried budge starb 1941 nach schwerer krankheit, auch durch die mangelhafte medizinische versorgung, die man juden zuteil werden ließ; seine frau wurde nach seinem tod kurzfristig wegen "devisenvergehen" für drei wochen im kolafu inhaftiert...im juli 1942 wurde sie mit 700 weiteren hamburgern nach theresienstadt deportiert, wo sie im november 1943 starb. 
nach dem krieg okkupierte die britische beatzungsmacht das gebäude, nutze es als lazarett, casino und hotel, bis sie es 1956 an die stadt hamburg zurück gab.
in der zwischenzeit hatte es ein wiedergutmachungsverfahren gegeben, in dem die budge-erben ohne ihr wissen von dem verwalter gottfried francke vertreten wurden, den noch die nazis als nachlaßverwalter eingesetzt hatten.
man einigte sich darauf, zu dem ursprünglichen kaufpreis eine entschädigung von lächerlichen 22.500 DM zu zahlen, dafür blieb das anwesen im besitz der stadt, die eine rückgabe aus "öffentlichem interesse" ausgeschlossen hatte. 
seit 1959 ist die hochschule für musik und tanz im palais untergebracht; der spiegelsaal wurde 1980 abgetragen und 1987 im museum für kunst und gewerbe wieder aufgebaut. an das ehepaar budge erinnert seit 1993 eine gedenktafel am eingang milchstraße, an siegfried und ella seit 2008 zwei stolpersteine auf dem gehweh.

HARVESTEHUDER WEG 10 UND 11

die beiden grundstücke gehören heute ebenfalls zur hochschule für musik und theater, die gebäude wurden von felix trautwein 1960 und 1964 erbaut (herr trautwein zeichnet u.a. für die grindelhochhäuser und - mit anderen - für den telemichel verantwortlich)...ursprünglich standen hier zwei villen, auf nummer 10 die villa von herbert blohm, mitbegründer der werft blohm und voss, 1935 erwarb gauleiter kaufmann die villa und richtete dort ein verwaltungsgebäude für die gauverwaltung ein.
auf nummer 11 zunächst eine villa eines herren namens s. löwenstein, die dann später vom innenarchitekten kurt clavier übernommen wurde - beides millionäre jüdischen glaubens. 
clavier versuchte der arisierung zuvorzukommen, indem er versuchte, sein gelände an das ägyptische konsulat zu verkaufen - doch die nazis untersagten das - das gebäude wurde stattdessen der hamburger grundstücksverwaltungs-gesellschaft unter treuhand gestellt, die gesellschaft verkaufte es dann der stadt hamburg zu einem preis weit unter wert...claviers vermögen war bereits durch die oberfinanzdiektion mit einer sicherungsanordnung nach dem devisengesetz versehen worden - will sagen, er konnte darüber nicht mehr frei verfügen und konnte davon auch fast nichts mitnehmen...immerhin gelang es ihm noch, 1939 nach südafrika zu emigrieren.
auf dem gelände wurden dann in der folge verwaltungstrakte und wohnungen für die angestellten der reichsstatthalterei errichtet. 
1945 übernahmen die britischen besatzungsbehörden das gelände nummer 10 und brachten dort die gerichtsmedizin unter.
zur erweiterung der hochschule für musik und theater wurden 1960 die blohm-villa und 1964 die clavier-villa abgerissen und das gelände neu bebaut.

ALSTERUFER 27

auf dem gelände des alsterufer 27 standen ursprünglich zwei villen, beide vom archikekten martin haller (stella-haus, marienkrankenhaus, budge-palais) erbaut...1882 der größere linke teil für den kaufmann gustav michaelsen, der es 1891 an wilhelm riedmann verkaufte, den gründer deutsch-amerikanischen petroleum-gesellschaft (heute ESSO) - 1893 entstand die kleinere rechte villa für den kaufmann julius rée, der es bald an riedmanns schwiegersohn und geschäftspartner eduard sanders verkaufte. beide gebäude waren fortan durch einen torbogen verbunden. 
1934 beschlagnahmten die nazis beide gebäude und errichteten hier den zweiten wichtigen verwaltungssitz hamburgs, indem die gauleitung (gauleiter war ja ebenso der reichsstatthalter karl kauffmann) hier einzog. 
zu diesem zweck wurden die villen von den architekten eligius und schramm umgebaut (bekanntestes bauwerk wahrscheinlich: das prien-kontorhaus am jungfernstieg...den meisten wahrscheinlich besser als NIVEA-haus bekannt...gottfried schramm, noch von fritz schumacher inspiriert, zeichnete außerdem für die gestaltung der quartiere in hamm und auf der veddel verantwortlich)  - zu diesem zweck wurden die villen nun fest miteinander verbunden und die rée-villa dem klassizistischen stil angepaßt. 
nach dem 2. weltkrieg wurde das gebäude zunächst von den britischen besatzungsbehörden beschlagnahmt und 1950 erwarben es die USA von den nachfahren der vorbesitzer und errichteten hier das amerikanische generalkonsulat...1951 wurde dem gebäude durch die architekten schoch und gundlach im zuge eines erneuten umbaus der klassische säulenvorbau hinzugefügt, der an das weiße haus in washington erinnern soll.
seit 2015 existieren planungen, daß das generakonsulat in ein gebäude in der hafen-city umziehen soll. 

HOTEL VIER JAHRESZEITEN - NEUER JUNGFERNSTIEG 14

im februar 1897 ersteigerte friedrich haerlin ein unscheinbares gebäude am neuen jungfernstieg, das in konkurs gegangene hotel "zu den vier jahreszeiten" für 420.100 RM und baute es binnen weniger jahre zu einem der führenden hotels in der hansestadt aus; 1911 hatte es 140 wohn- und schlafzimmer sowie 50 badezimmer - im ersten weltkrieg wurde das haus von oberkommando der küstenverteidigung beschlagnahmt, nach dem weltkrieg wurde das hotel von revoltierenden marinesoldaten vom alsterpavillion aus beschossen und dann später vom revolutionären obersten marinerat besetzt. 
danach mußte das hotel 1919 komplett renoviert werden; 1928 wurde das gebäude auf fünf stockwerke aufgestockt und erhielt sein charakteristisches grünes kupferdach.
1932 übergab friedrich herlin die geschäfte an seinen sohn fritz, den einzigen seiner drei söhne, die den ersten weltkrieg überlebt hatte. 
fritz ist eine schwierig einzuordnende person...einerseits trat er bereits im juni 1933 der SS bei und zwar der ss-reiterinspektion nordost, wurde 1937 mitglied der nsdap...angeblich waren in seinem hotel hitlerbilder und hitler-gruß untersagt, während hingegen robert ley, chef der DAF, das vier-jahreszeiten zu seinem hamburger lieblingshotel auserwählte
das vier jahreszeiten soll unter seiner führung jüdische emigranten beherrbergt haben - da denen der aufenthalt in gaststätten verboten war, wurden ihnen die mahlzeiten auf den zimmern serviert.
schwierig ist auch der fall des jüdischen nachtportiers harald seligmann, seit 1925 im hotel beschäftigt und dort auch noch 1938 angestellt, als juden ansich aus dem berufsleben in deutschland ausgeschlossen waren...allerdings war seligmann seit seiner hochzeit 1916 zum katholischen glauben konvertiert. 
1938 mußte das hotel den portier entlassen, angeblich soll fritz haerlin versucht haben, ihm zu einer reise ins ausland zu verhelfen...wenn das denn so ist, so hat seligmann von dem angebot keinen gebrauch gemacht - um das studium des gemeinsamen sohnes zu finanzieren, bewarb sich seine ehefrau um eine schankkonzession, was ihr jedoch aufgrund ihres jüdischen ehemannes verweigert wurde - so wurde das ehepaar 1939 zur scheidung gezwungen, doch weil harald seine familie weiterhin besucht hatte, wurde er denunziert, in einem rassenschande-prozess verurteilt und im gefängnis fuhlsbüttel inhaftiert. 
noch am tag seiner entlassung im mai 1941 wurde er in schutzhaft genommen und ins kz neuengamme überstellt, wo er im juni 1942 starb. 
unstreitig ist jedoch, daß herr haerlin 1937 einen gobelin aus dem nachlaß von emma budge erworben hatte, für 14.000 RM, der jahrezehntelang im restaurant haerlin im hotel hing - dieser wurde 2011 den erben zurück gegeben.
unbestreitbar hat es 1935 im hotel ein treffen zwischen den offizieren der garnison hamburg und dem reichsführer ss, heimrich himmler gegeben, in dem konkret pläne zur kriegsvorbereitung erörtert wurden.
das hotel selbst blieb im krieg selbst weitestgehend von bombenangriffen verschont, wurde nach 1945 zunächst hauptquartier der 7. panzerdivision der britischen armee, bis es 1952 wiedereröffnen konnte. 
fritz haerlin, 1945 von den briten interniert, brachte genug zeugen bei und versicherte glaubhaft, er sei nur wegen des reitsports der ss beigetreten, so daß er als "entlasteter" nach hamburg zurück kehrte. 
er führte das hotel quasi bis zu seinem tod 1973, auch wenn er schon zwei jahre zuvor mit gerhard prantner einen neuen direktor ernannt hatte...inzwischen gehört das haus nach mehreren verkäufen 2007 zur kanadischen fairmount hotel & resorts gruppe. 

ALSTERPAVILLION 

anfangs- und endpunkt der reise...
der jungfernsteig war schon in frühen zeiten hamburgs flaniermeile - da lag es nahe, dort auch einen gastronomischen betrieb zu errichten.
den ersten gab es 1799, von dem franzosen augustin lancelot de quatre barbes eröffnet...das gebäude wurde um 1840 herum erweitert und 1875 entstand dort das dritte gebäude nach einem entwurf von martin haller (ich erwähnte ihn bereits) - 1900 durfte wilhelm hauer - miterbauer des rathauses und achitekt von st. johannis in harvestehude - denn den bau erneut erweitern .
1914 erfolgte denn der fünfte neubau...unter den architekten rambatz und jolasse...die beiden sollten in hamburg für einige kontorhäuser verantwortlich zeichnen, u.a für das bieberhaus am hauptbahnhof, in dem seit 2011 das ohnsorg-theater zu hause ist - das versmannhaus, welches seit 1912 die knochenhauertwiete überbaut (für eingeweihte...heute befinden sich fielmann, stadium, snipes und der mit dem wolskinn in dem gebäude) und den esplanadebau (dort residiert inzwischen neben dem speersort ein ableger des hamburg-münchener hofbräuhaus)...
im dritten reich war der pavillion lange zeit hort des passiven widerstandes ...auch wenn von den nazis verpönt, fanden dort lange zeit noch swing-konzerte statt, weswegen das café den spitznamen "judenaquarium" bekam.
1942 wurde der ursprüngliche pavillion bei bombenangriffen zerstört, womit auch die alternative musikkultur ein ende hatte. 
der heutige flachdachbau wurde 1952/53 unter leitung des architekten ferdinand streb auf den alten zerstörten fundamenten erbaut.

DAS IST 
natürlich keine wissenschaftliche arbeit, sondern nur das, was ich aus gehörtem auf dieser fahrt und aus recherchen im internet zusammen getragen habe...es ist nicht viel...aber ein wenig besser als nichts